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Outsourcing von Haushaltsaufgaben? Erfolgs-Startup TaskRabbit macht’s möglich

M. Bizz | Ein Kommentar | 24. May 2012

Die Möglichkeit, private Gegenstände auf eBay an den Höchstbietenden zu verkaufen, kennt mittlerweile fast jeder.

Viele wissen auch, dass man bei www.myhammer.de Renovierungsarbeiten und Reparaturen an den Handwerker mit dem niedrigsten Gebot vergeben kann. Aber wo findet man einen zuverlässigen und günstigen Helfer, der den neuen IKEA-Schreibtisch aufbaut oder nach einer durchzechten Partynacht die Wohnung aufräumt?

Der amerikanische Marktplatz TaskRabbit bietet hierfür eine Plattform, auf der Menschen kostenlos kleinere Jobs und Aufgaben outsourcen können. Interessierte Helfer können nach einem umfangreichen Background-Check mit verpflichtendem Video-Interview Gebote abgeben. Das niedrigste Gebot gewinnt den Auftrag.

Folgendes Video erklärt die Funktionen von TaskRabbit in Kürze:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=LoNGurIgfIE

Mittlerweile hat das amerikanische Unternehmen knapp $25 Millionen an Investitionsgeldern eingenommen und gilt laut New York Times als eines der 10 aussichtsreichsten Technologie Startups für einen zukünftigen Börsengang.

Wenn Rentner fremde Liebesbriefe schreiben

Die heterogene Helferschar von Studenten, Rentnern, Hausfrauen oder Arbeitssuchenden umfasst Personen im Alter zwischen 21 und 72 Jahren. Die häufigsten Aufgaben bestehen darin, IKEA Möbel aufzubauen, die Wäsche zu machen oder Putzjobs auszuführen. Allerdings findet man auf TaskRabbit auch ungewöhnliche Aufgaben. So kann es z.B.  vorkommen, dass ein literarisch begabter Rentner den in Auftrag gegebenen Liebesbrief an die Freundin eines Schülers schreibt oder für die Mutter eines Workaholics die Weihnachtsgeschenke besorgt und vorbeibringt.

Das Geschäftsmodell von TaskRabbit ist einfach:

Durchschnittlich 15% der Einnahmen der Helfer gehen an das Unternehmen. Die Einstellung für den Hilfesuchenden ist kostenfrei.

Das Modell scheint aufzugehen:

Mittlerweile hat TaskRabbit über 2.000 angemeldete Helfer in 9 amerikanischen Städten. London als erste europäische Stadt folgt. Der Umsatz von TaskRabbit ist unbekannt, allerdings werden laut Gründerin Leah Busque monatlich Gebote von über $4 Mio. abgegeben.

Erfolgsfaktoren sind laut Gründerin Busque:

1. Permanente Optimierung der eigenen Website durch A/B Testing und tägliche Fortentwicklungen des Contents.

2. Viel Feedback von Experten: Busque ignoriert die Angst vor dem Ideenklau und steht mit zahlreichen anderen Unternehmern zu TaskRabbit in dauerhaftem Austausch.

3. Taskrabbit setzt auf eine starke Firmenkultur, bei der die Mitarbeiter in erster Linie persönlich gut zueinander passen müssen.

bizforward meint:

  1. Das Vorzeige-Startup TaskRabbit verdeutlicht, dass Wirtschaftszweige, bei denen die Vermittlungsleistung Kern des Geschäftsmodells ist, über eine intelligente Webplattform deutlich weiterentwickelt werden können.
  2. Immer mehr Menschen in Industrienationen begreifen es als Luxus, ihr persönliches Zeitbudget nicht für lästige Erledigungen und Haushaltsarbeiten aufwenden zu müssen. Die Zahlungsbereitschaft für privates Outsourcing wächst, gut für Modelle wie TaskRabbit.
  3.  Das Modell ist in viele andere internationale Märkte übertragbar.
  4. Kritisch könnte das Halten eines  Qualitätstandard bei der Aufgabenerfüllung werden. Negative Erlebnisse, die sich unter tausenden von Helfern nicht vermeiden lassen, könnten sich stärker herumsprechen als die vielen guten Beispiele.

Quellen der Informationen und Bilder:

TaskRabbit

TaskRabbit infographic

entrepreneur

NY Times

NY Times Blog

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