IKEA TV: Neues Geschäftsfeld greift Home-Entertainment-Branche an
Wenn ein Riese wie IKEA sich entscheidet, ein neues Geschäftsfeld zu erschließen, dann sollten die bisherigen Player in diesem Geschäftsfeld aufmerken. IKEA wird mit “UPPLEVA” den Home Entertainment Markt angreifen und eine eigene TV-Serie als integrativer Bestandteil einer Möbellösung präsentieren.
Der Grundgedanke hinter diesem Angebot folgt einer einfachen Logik: Viele Menschen haben das Problem, ein TV-Gerät sowie die dazu gehörigen Soundanlagen optimal in das Wohnzimmer-Design zu integrieren. Vor allem der lästige Kabelsalat bedingt durch zahlreiche Receiver, Spielekonsolen, Blu-Ray-Player, Dolby-Surround-Komponenten und Co. will aus dem Sichtfeld zu verbannt werden.
Bisher hat IKEA mit der Serie “BESTA” bereits eine Art TV-Wand angeboten, bei der die Kabel hinter einer Dekor-Fläche verschwinden, an der auch das Gerät befestigt wird. Ein ähnliches Prinzip verfolgt der Holz- und Laminatspezialist “HDM” mit seinem Produkt Cinewall.
Nun könnte man sich als weltgrößter Möbelhersteller mit dem Bereitstellen solcher TV-Möbel zufrieden geben, aber warum? Aus Sicht des Kunden ist das Schaffen einer optischen (Produkt-)Einheit aus TV, Sound und Möbel logisch. Geübt ist das Prinzip seit Jahren im Bereich “Küche”, auch hier greifen viele Kunden auf die bei IKEA angebotenen Geräte zurück. Und bei UPPLEVA ist der Schritt sogar noch tiefgreifender, denn das Elektrogerät ist Teil eines abgestimmten Designs und kann eben nicht durch ein Gerät eines anderen Herstellers ersetzt werden.
Ein simples User Interface auf dem TV zur Bedienung aller Systemkomponenten sowie TV Apps lassen das Angebot dem Zeitgeist entsprechend erscheinen. Die Fernbedienung überrascht durch einen Slidermechanimus. Sichtbar sind im geschlossenen Zustand nur die wichtigsten Bedienelemente. Das erinnert an die auf einfache Bedienung gedrillten Apple-User-Interfaces – und das muss kein Nachteil sein…
UPPLEVA soll im Sommer 2012 in den europäischen Kernmärkten präsentiert werden. Die Möbelsysteme mit TV, Blu-ray-Player und 2.1 Audiosystemen werden ab knapp unter 1.000,- € VK erwartet.
bizforward meint:
IKEA zeigt, wie
- ein Unternehmen durch Verstehen eines Kundenproblems (nicht optimale Integration von TV und Sound in das Wohnzimmerdesign) zu einer Problemlösung und damit einem neuen Geschäftsfeld kommt
- man zur Erschließung dieses Geschäftsfeldes die bestehenden Kernressourcen des Unternehmens nutzen kann
- ein neuer Kooperationspartner (Zulieferer der Elektronik) fehlende, aber zur Problemlösung notwendige Kernressourcen ergänzen kann.
Abzuwarten bleibt die Akzeptanz der Kunden hinsichtlich der Qualität der elektronischen Komponenten.
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