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Trend-App Secret: Geheimnisse ausplaudern unter dem Deckmantel der Anonymität

Um die amerikanische App “Secret” entsteht seit einigen Monaten ein enormer PR-Hype. Die Idee hinter der App ist, dass Menschen anonym Geheimnisse mit ihren digitalen Kontakten teilen können. Die Secret-Gründer und ehemaligen Google-Mitarbeiter Chrys Bader und David Byttow erklären den Sinn der App wie folgt: „Wir haben Secret entwickelt, damit Menschen wieder ehrlich zu sich selbst sein können“.

Normalerweise teilen die meisten Menschen bei Facebook, Twitter, Instagram und Co. nur Inhalte, die sie in ein besseres Licht rücken. Über Ängste, intime Geheimnisse und eigene Misserfolge wird aus Furcht vor den Reaktionen anderer nur selten berichtet. Dies will Secret geschickt umgehen.

Installiert wird die App regulär über iTunes oder den Google Play Store. Nach Anmeldung mit der eigenen Telefonnummer werden alle Kontakte auf dem Smartphone nach anderen Secret-Nutzern durchsucht. Wer bereits Secret-Nutzer ist, wird dem eigenen Netzwerk hinzugefügt. Dies geschieht ohne eigene Selektionsmöglichkeit, somit speist sich diese Gruppe aus besten Freunden, Familienmitgliedern, alten Bekannten, deren Telefonnummer man nie gelöscht hat, oder auch geschäftlichen Kontakten. Auch der eigene Arzt oder Klempner könnte dabei sein. Nutzernamen oder Profilbilder werden nicht vergeben. Die somit anonymen Posts bestehen aus einem Bild und einem Text und werden zunächst an das eigene Netzwerk gesendet, ohne dass dieses den Absender erkennen kann – es sei denn über den Inhalt des Posts selbst ist eine eindeutige Zuordnung möglich.

Wie in sozialen Netzwerken üblich lassen sich die Posts dann anonym liken, weiterverbreiten, kommentieren oder aufgrund von anstößigen oder diskriminierenden Inhalten beim Unternehmen melden. Der Inhalt einer Nachricht bestimmt über die Weiterverbreitung, nicht die Popularität des Absenders.

Bekannte IT-Blogs wie TechCrunch oder Valleywag veröffentlichten Beispiele von Posts, welche die Ausmaße der App andeuten. Scheinbar haben sich zahlreiche IT-Mitarbeiter aus dem Silicon Valley die App installiert und Geschäftsgeheimnisse ausgeplaudert. Ein anonymer Nutzer verrät z.B.: „Ich arbeite bei Evernote und wir werden bald aufgekauft“. Auch Berichte über Bestechungen bei Apple oder gefälschte Geschäftszahlen in Unternehmen haben den Weg an die Öffentlichkeit geschafft.

bizforward meint:

In Zeiten von Wikileaks und Eric Snowdens Enthüllungen bieten Apps wie Secret und der artverwandte Vorgänger Whisper die Möglichkeit, im kleinen Kreis anonym sensationelle Dinge auszuplaudern. Im positiven Fall plaudern Menschen offen über ihre intimsten Ängste und erhalten Zuspruch von der “anonymen” Masse der eigenen Kontakte.

Es gibt jedoch eine zahlreiche kritische Aspekte:

1. Anonymität öffnet Denunziantentum, Mobbing und Verrat Tür und Tor

Rassististische, diskriminierende Äußerungen oder Cyber-Mobbing werden mit Secret ohne Risiko der öffentlichen Schelte noch einfacher möglich. Die Veröffentlichung eines ungünstigen Fotos in Kombination mit einem unpassenden Kommentar kann große Folgen für den Abgelichteten haben. Wie erfolgreich die Report-Funktion davor schützt, ist bei wachsender Nutzerschaft fragwürdig.

2. Umgang im geschäftlichen oder politischen Kontext ist gefährlich

Das Ausplaudern von Firmengeheimnissen und Gerüchten kann besonders im Arbeitsumfeld sehr gefährlich werden. Wer kann absehen, welche Folgen eine scherzhafte Veröffentlichung über die Steuerhinterziehung des eigenen Arbeitgebers tatsächlich hat? In vielen Firmen gibt es bereits die Möglichkeit, Missstände über anonymes Whistle-Blowing (http://de.wikipedia.org/wiki/Whistleblower) in geregelter Form aufzudecken.

3. Technische Risiko und Datenschutz

Laut eigenen Angaben von Secret liegen die Nutzerdaten auf Google-Servern. Vor Hacking-Angriffen ist kein noch so großer Konzern sicher. Der Nutzer sollte sich selbst vor der Nutzung der App die Frage stellen, was passiert, wenn seine eigenen Aktivitäten doch veröffentlicht und seiner Person zugeordnet werden würden. Kann er die persönlichen oder rechtlichen Konsequenzen tragen, wenn er Betriebsgeheimnisse ausplaudert oder gesteht, seine Frau zu hintergehen?

4. Risiko Geschäftsmodell

Bisher haben sich die Secret-Macher noch nicht zum eigenen Geschäftsmodell geäußert. Da Investoren wie Google Ventures oder Kleiner Perkins 1,3 Mio. Dollar zur Verfügung gestellt haben, wird die Monetarisierung der App früher oder später kommen.

Die Tatsache, dass man bei der Registrierung die eigene Telefonnummer angeben, die E-Mailadresse verifizieren und alle seine Kontakte des Smartphones offenlegen muss, lässt erstmal nicht vermuten, dass die Sammlung personenbezogener Daten im Geschäftsmodell völlig unerheblich ist. Bei Facebook, Instagram und anderen kostenlosen Netzwerken werden Einnahmen über personalisierte Werbung generiert. Dies ist auf den ersten Blick mit der Philosophie von Anonymität jedoch schlecht vereinbar. Wer möchte schon personenspezifische Werbung in einem Umfeld erhalten, in dem er sich anonym fühlt?
Personalisierte Bezahl- oder Spendenfunktionalitäten erscheinen ebenfalls nicht gerade passend. Insgesamt bleibt das Geschäftsmodell und die Nähe zum Google-Konzern ein gewisses Risiko für den Nutzer.

Ob sich die App dauerhaft etabliert, wird sich in der nächsten Zeit zeigen. Besonders im datenschutzaffinen Deutschland, könnte es schwer werden.

 

Quellen Bild und Text:

https://www.secret.ly/

http://t3n.de/news/whisper-secret-kommentar-528436/

http://t3n.de/news/secret-ios-app-527602/

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