Berufshaftpflicht fuer Freelancer

Ein Gastbeitrag von Ralph Günther von exali.de:

Variables Zeitmanagement, freie Hand bei der Einteilung des Arbeitspensums und die Möglichkeit, sein eigener Chef zu sein – klingt, als wäre das Freelancer-Dasein der Himmel auf Erden für jeden Berufstätigen. Dass einem Handwerker bei der Arbeit Fehler unterlaufen können, für die er geradestehen muss, ist klar. Dass aber auch Menschen, deren Handwerk vornehmlich aus Kopfarbeit besteht, kostspielige Fehler machen können, lassen viele außer Acht. Deshalb kann ein kleiner Report über die Stolpersteine des Freiberufler-Business nicht schaden.

Retter und Unheilsbringer zugleich – der SEO

SEOs sind die Retter der im Netz verschollenen Webseiten: Durch ihre Arbeit können Seiten an die Spitze des Google Rankings klettern – aber ebenso schnell auch wieder ganz nach unten fallen. Ein Beispiel aus den exali.de-Akten zeigt einen ähnlichen Ablauf, der vor allem dem zuständigen SEO den Boden unter den Füßen wegzog.

Zusammen mit einer anderen Agentur war der SEO für den Internetauftritt eines Reisevermittlers zuständig. Als Google die Seite mit einer Penalty abstrafte, riet der SEO seinem Kunden, sich von der Agentur zu trennen, da er in deren Arbeit die Ursache für die schlechte Indexierung vermutete. Im darauffolgenden Jahr war der SEO alleine für Link-Optimierung und SEO-Maßnahmen verantwortlich. Unglücklicherweise versäumte der SEO die Aufhebung der Penalty manuell zu beantragen. Deshalb fiel auch nicht auf, dass die Ursache für die Penalty in Wahrheit nicht die Links der Agentur, sondern die des SEO selbst waren.

Erst ein Jahr später flog das Fiasko durch einen Zufall auf. In der Zwischenzeit hatte der SEO weitere „Unnatural Links“ aufgebaut und die Penalty das Rankingergebnis der Seite immer weiter gedrückt. Für den entgangenen Umsatz durch stagnierende Buchungszahlen, die vollständige Entfernung der „Unnatural Links“ und die Rückerstattung seiner bereits erhaltenen Honorare sollte der SEO nun insgesamt 250.000 Euro Schadenersatz an den Kunden zahlen.

Social Media: Risk just to exist?

Die Möglichkeiten, die sich Marketern durch Social Media Kanäle auftun, sind vielfältig, genauso wie die dadurch entstehenden Risiken! Von Facebook über Twitter und Instagram – so schnell wie ein Video, Bild oder Post hochgeladen und veröffentlicht ist, so schnell können auch Urheber-, Persönlichkeits-, Namens-, Marken-, Wettbewerbs- und Lizenzrechte verletzt werden.

Ein Gewinnspiel bei Facebook zur Kundengenerierung ist an sich eine gute Idee – doch dabei gibt es von Like-und Sharevorschriften über die konkreten Teilnahmebedingungen einiges zu beachten. Zudem muss die Transparenz des Gewinnspiels für die Teilnehmer garantiert sein. Ein Posting mit einem schön eingebetteten Video oder Bild zieht vielleicht mehr Klicks auf sich, kann aber gewaltig schief gehen, wenn die Urheberrechtsbestimmungen nicht beachtet werden. Abmahnungen inklusive Unterlassungserklärung und Schadenersatzklage drohen.

…und das war noch längst nicht alles!

Was passiert, wenn ein selbstständiger Web-Designer im World Wide Web seinem Kunden aus Versehen einen Imageschaden zufügt, der im Internet kaum wieder gutzumachen ist? Oder wenn ein Grafiker Urheberrechte verletzt und das von ihm entworfene Logo frappierende Ähnlichkeit mit einem Design hat, das schon von einer renommierten Firma einer anderen Branche genutzt wird? Und was sind die Folgen, wenn ein Kunde auf den Rat des Beraters hin seine Produktlinie umstellt, die sich dann als Flop erweist? In den meisten Fällen ist die Antwort so klar wie schmerzhaft: Für entstandene Schäden beim Kunden haften Freiberufler persönlich. Und nicht nur das – im schlimmsten Fall müssen sich die Selbstständigen auch mit ihrem Privatvermögen geradestehen.

Ein Freiberufler ist nicht frei von Haftung!

Freelancer sind Einzelkämpfer und Überlebenskünstler in einem. Wer sich voll und ganz auf seine Fähigkeiten verlassen muss, braucht dringend eine gute Absicherung, die im Ernstfall optimalen Schutz bietet. Selbstständige sollten deshalb immer auf eine branchenspezifische Berufshaftpflichtversicherung setzen, die bei Schadensersatzansprüchen Dritter ein finanzielles Fiasko verhindert. Zudem sollte die Versicherung sich individuell an die Berufsrisiken des Freelancers anpassen lassen, wie beispielsweise durch eine Absicherung bei Rücktritt des Auftraggebers vom Projekt oder eine Datenschutz- und Cyber-Eigenschaden-Deckung.

Auf was muss ich bei der Wahl einer Berufshaftpflichtversicherung achten? Hier gibt es kostenlos eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten:

>> Hier kostenlos Checkliste runterladen

 

Gut zu wissen

Aufgrund einer Kooperation erhalten Freelancer über bizforward gesonderte Konditionen bei der Exali GmbH. Bei Interesse melde dich gern unter info@bizforward.de

 

Über den Autor:

Ralph Günther von exali.de gilt als ausgewiesener Experte, wenn es um Risikomanagement und spezifische Haftpflichtversicherungen für freie Berufe, Dienstleister und mittelständische Unternehmen der IT-Medien, Consulting- und eCommerce-Branche geht. Als einer der Vorreiter im Online-Versicherungsbusiness hat er aktiv an der Verbesserung des Versicherungsschutzes für Freiberufler mitgewirkt und neue Leistungserweiterungen am Markt eingeführt. Sein Wissen gibt er regelmäßig als Autor in relevanten Fachmedien an seine Zielgruppe weiter.

 

Bild: Depositphotos.com/BrianAJackson (Brian Jackson)

Christiane Peetz
Christiane Peetz
Hallo, ich bin Christiane und kümmere mich um das (Content-)Marketing bei bizforward. Auf der Suche nach aktuellen Themen rund um das Arbeiten als Freelancer sammele ich Informationen aus der digitalen Welt und stelle sie hier als Blogbeiträge für euch zusammen.

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