Erfolgreich arbeiten im Remote-Team | bizforward GmbH

So gelingt die Zusammenarbeit auch aus der Ferne

Arbeiten im virtuellen Team: sowohl für Unternehmen als auch Arbeitskräfte eine Herausforderung. Doch welche Chancen und Vorteile sich aus dem Konzept „Remote“ ergeben, ist im Grunde nur eine Frage der Herangehensweise. Mit entsprechender Führung, geeigneten Hilfsmitteln und ein paar einfachen Grundsätzen, gelingt das Arbeiten über Distanz und bietet Vorteile für alle Beteiligten.

Job 2.0 – Remote-Office

Ob vom Arbeitsplatz zu Hause, einem anderen Büro oder aus einem anderen Land – bereits viele internationale Unternehmen setzen auf Freelancer und Remote-Teams, nicht nur in Bereichen wie IT, Support und Entwicklung. Da der Bedarf an qualifizierten Fachkräften stetig wächst, macht es für Arbeitgeber Sinn, die Talentsuche über die lokalen Gewässer hinaus auszuweiten. Um hier die besten Fische zu angeln, benötigt man verlockende Köder. Wer also einen guten Fang machen will, sollte sein Einzugsgebiet ausdehnen, attraktive Arbeitsmodelle anbieten und auch wissen, wie man dies auf allen Ebenen erfolgreich umsetzt.

Neues Arbeitsmodell, neues Werkzeug

Der Einsatz von Remote-Teams ruft neue Bedingungen auf den Plan.
Vom Einzelnen ist mehr Transparenz, Selbstständigkeit und Fokus gefragt, wenn der tägliche Austausch nur virtuell stattfindet. Doch mit den richtigen Technologien für Kommunikation, Austausch und Projektmanagement, sind alle Anforderungen abgedeckt. Es gibt hervorragende Tools um die Zusammenarbeit, unabhängig vom Ort, ermöglichen zu können.

Tools

Videokonferenzen, IP-Telefonie, Instant-Messaging, Dateiübertragung und Screen-Sharing. Mit WebEx kein Problem.

Slack ist webbasiert und verfügt nicht nur über alle nötigen Funktionen, es lässt sich auch schnell und einfach mit vielen anderen Diensten verknüpfen.

Zoom ist eine Software-Lösung und auch als App sehr beliebt. Dieses Tool unterstützt bis zu 25 Webcams.

Ein Vorteil von Skype ist seine Prominenz. Jeder kennt es, jeder hat es.

Dabei gilt es nicht nur die technischen Voraussetzungen zu gewährleisten.
Abläufe oder organisatorische Prozesse sowie definierte Standards müssen ebenfalls angepasst und auch eingehalten bzw. durchgesetzt werden. Aspekte dabei sind einheitliche Dateikonventionen, Kommunikationswege und Workflows. Hierbei helfen agile Arbeitsmethoden wie Scrum, KanBan, Agile, Lean oder Waterfall. Sehr gut erklärt bei Haufe in diesem Beitrag.
Bei der Arbeit in einem Remote-Team sollte man sich außerdem darüber im Klaren sein, dass viele Elemente, die in der täglichen Zusammenarbeit im Büro selbstverständlich erscheinen, im digitalen Miteinander explizit zum Ausdruck gebracht werden müssen. Während der vorherrschende Kleidungsstil im Office beispielsweise schon einen Hinweis auf die Unternehmenskultur liefert, müssen Werte, Ziele und Visionen auch für Remote-Mitglieder zugänglich gemacht werden. Dies erfordert neben einem umfassenden Onboarding zu Beginn vor allem im laufenden Projekt regelmäßige Team-Meetings, in denen man sich austauscht und gegenseitig updatet.
Auch das Feedback zu erreichten Zwischenzielen braucht eine eigene Bühne, denn anders als im
Gemeinschaftsbüro erreicht der Flurfunk oft nicht alle Remote-Mitglieder.

Motivieren statt Delegieren

Ein weiterer sehr wichtiger Ansatz hierbei ist die Führungsphilosophie. Um das Uhrwerk erfolgreich am Laufen zu halten, gilt es, aus der Maschine einen Organismus zu machen. Ein Freelancer, wie auch der Mitarbeiter im Homeoffice, sucht gewissermaßen die Freiheit. Er arbeitet gern eigenverantwortlich und zielorientiert. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist es sehr wichtig, diesem Bedürfnis gerecht zu werden. Trotzdem müssen sich Selbstständigkeit und Teamwork keineswegs ausschließen. Mehr als das eigentliche Steuern oder Kontrollieren müssen Manager heutzutage den Menschen hinter der Arbeit und dem Bildschirm sehen. Insbesondere in Remote-Teams liegt die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im gegenseitigen Vertrauen.
Gute Manager können zwar Leistungsziele und Meilensteine ​​festlegen, verspüren aber Unsicherheit, wenn beispielsweise nicht kontrolliert werden kann, ob die genannte Arbeitszeit denn auch geleistet wurde. Die Herausforderung besteht deshalb darin, dass die Führung eine Haltung einnimmt, die Engagement statt vertraglicher Verpflichtung aufbaut. Agile Teams arbeiten in erster Linie ergebnisorientiert, daher sollte nicht die minutengenaue Zeitabrechnung im Vordergrund stehen, sondern das fristgerechte Erreichen von gemeinsamen Zielen.
Und bei aller Skepsis, ob das Teammitglied zu Hause produktiv ist, zeigt die Praxis, dass es dort tatsächlich meist wesentlich weniger abgelenkt ist als befürchtet. Dafür steigt das Zufriedenheitslevel durch das entgegengebrachte Vertrauen deutlich an, was sich wiederum in einem höheren Maß an Motivation und Loyalität niederschlägt.

Aus den Augen, aus dem Team?

Kann denn bei Menschen, die über Ländergrenzen hinweg miteinander arbeiten, wirklich noch von Teamwork gesprochen werden? Wie ist es bei räumlicher Distanz überhaupt um die Kultur, das Socializing bestellt?
Die Vermutung liegt nahe, dass durch die Entfernung zwischen den Team-Mitgliedern, auch eine Art soziale Distanz entsteht. Dabei geht es gar nicht um die tatsächliche, als eher um die wahrgenommene Distanz. Um ein Gefühl der Kollegialität im Team zu erzeugen, müssen Kommunikation und Zusammenarbeit besonders gefördert werden.

Kommunikation fördern

Eine zwischenmenschliche Beziehung ist auch innerhalb eines Remote-Teams sehr wichtig und muss seitens der Führungsebene aktiv gefördert werden. Für das Zusammengehörigkeitsgefühl ebenfalls von Bedeutung sind regelmäßige Einzelgespräche und vor allem Fairness (Jede Meinung ist wichtig). Auch sollte eine Möglichkeit zum persönlichen Austausch „Off Topic“ bestehen, um sich gegenseitig besser kennenlernen und einschätzen zu können.

Begrüßung und Einführung

In herzlicher Atmosphäre ist man zugänglicher. Neuzugänge sollten daher vorgestellt und begrüßt werden. Gibt es Richtlinien?

Ziele setzen

Ziele und Meilensteine motivieren und rufen eine emotionale sowie berufliche Verpflichtung hervor. Sie helfen, sich mit einem Projekt zu identifizieren und das Beste geben zu wollen. Außerdem dienen sie als gute Dokumentation des aktuellen Projekt-Status.

Spaß

Humor bricht jedes Eis und begünstigt ebenso ein angenehmes Klima.

Sprache statt Text

Sprachbasierte Chats anstelle von Messaging vermeiden Fehlinterpretationen und sogar Emojis und Gifs helfen dabei, fehlende Mimik oder Tonfall zu ersetzen.

Videochat

Oder noch besser: Kommunikation über Webcam. Der Austausch von Angesicht zu Angesicht hat große Wirkung und unterstützt die Entwicklung einer persönlichen Beziehung.

Andere Länder, andere Zeiten

Bei Remote-Teams, die international zusammen funktionieren sollen, muss natürlich bedacht werden, dass sie sich hierbei in unterschiedlichen Zeitzonen bewegen. Das verlangt flexible Arbeitszeiten. Aus unternehmerischer Perspektive ein Gewinn, denn es bedeutet einen 24/7-Workflow. Die Möglichkeit, Support in Echtzeit, und zwar global anbieten zu können, ist ein klarer Vorteil von zeitzonenübergreifendem Recruiting.
Sprachbarrieren werden mit der Wahl einer internationalen Sprache umgangen: Englisch. Nicht nur, damit der Dialog funktioniert, sondern auch, damit sich fremdsprachige Team-Mitglieder nicht ausgegrenzt fühlen. Zumal speziell für Programmierer/Entwickler das sichere Beherrschen der englischen Sprache eine Grundvoraussetzung ist.

Fazit

Fassen wir zusammen: Abgesehen von dem Luxus, flexible Zeiten zu haben, keiner Kleiderordnung unterworfen zu sein oder, statt sich durch den Stau zu quälen, in heimeliger Atmosphäre schaffen zu dürfen, profitieren auch Unternehmen vom Konzept Remote. Arbeitgeber können nur gewinnen, wenn ihre Arbeitskraft zufrieden ist. Sind die Mitglieder eines Remote-Teams verstreut über verschiedene Standorte oder gar Kontinente, tragen Faktoren wie Technik und Führung maßgeblich zum Gelingen bei. Denn das Konzept Remote verspricht zwar Erfolg, ist aber kein Selbstläufer und geht nur dann auf, wenn die Voraussetzungen dafür stimmen.

 

Bildquelle: © Depositphotos.com/alphaspirit (Federico Caputo)

Nathalie Heisterkamp
Nathalie Heisterkamp
Ahoi! Ich bin Nathalie und leidenschaftliche Wortakrobatin, die ihre Passion zum Beruf gemacht hat – Texterin. Nun schreibe ich seit ca. 4 Jahren und füttere dabei speziell Ratgeber und Blogs mit meiner Expertise zum Thema Online Marketing. Mein Markenzeichen: Frisch, unkompliziert, auf den Punkt und mit einem kleinen Augenzwinkern. Wobei Headlines und Slogans es mir ebenso angetan haben. Und wer mich nicht gerade schreibend antrifft, findet mich draußen in der Natur meiner Liebe zur Pflanzenwelt frönen.

1 Comment

  1. Vielen Dank für diesen umfassenden Artikel, wie die Zusammenarbeit auch im Home Office oder im Ausland funktionieren kann. Ich finde Ihre Darlegung dazu sehr gut abgewogen und das Wichtigste wird deutlich: Das Vertrauen von Arbeitgeber zu Arbeitnehmer und umgekehrt.
    Der Arbeitnehmer darf nicht das Gefühl haben überwacht zu werden, da sonst die Arbeitsmotivation schwindet. Deswegen finde ich einen Austausch per Webcam nicht unbedingt sinnvoller oder besser als ein Austausch via ein Chat-Tool. Dabei empfiehlt sich nach meiner Erfahrung insbesondere Slack für die Bürokommunikation, wie auch darüber hinaus.
    Zwar ist eine relativ genaue Erfassung der Arbeitszeit u. A. bei Projekten sehr wichtig, sollte aber keinstenfalls Überhand nehmen – wie Sie im Text beschreiben – über das gemeinsame ergebnisorientierte Handeln.

    Insofern ein schöner informativer Beitrag, vielen Dank!

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