Warum Freelancing die Arbeitsform der Zukunft ist

Die Arbeitswelt wandelt sich. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von einer Digitalen Revolution, die ähnlich wie die industrielle Revolution alles bisher da gewesene auf den Kopf stellen wird. Doch dieses Mal wird der Wandel nicht in Fabrikhallen, sondern in Büros stattfinden: Die etablierten Strukturen der Arbeit werden sich wandeln und das Digitalzeitalter zur Ära des Freelancing machen. Studien belegen das. 

Die Deutsche Telekom hat zusammen mit der Universität St. Gallen die Megatrends der Arbeit in der digitalen Welt erforscht. Heraus kamen erstaunliche Erkenntnisse, die vor allem jene erfreuen dürften, die sich mit Leib und Seele dem Freelancing verschrieben haben. “Die Digitalisierung kommt nicht als laues Lüftchen daher, sondern als Sturm”, verheißt Christian P. Illek, Personalvorstand der Telekom. Arbeit müsse im Digitalzeitalter völlig neu gedacht werden. Und das meint Illek durchaus ernst.

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Zukunft birgt große Chancen für Freelancer

Die für die Erhebung befragten 60 Experten gehen sogar noch weiter und sprechen von einer regelrechten “Auflösung der Organisation”. Diese zeichnet sich bereits heute ab. Ihre These: Arbeitgeber werden immer weniger auf eine hauseigene Workforce setzen. Stattdessen beschäftigen sie verstärkt Freelancer.

Gründe dafür sieht die Erhebung vor allem in der zunehmenden globalen Vernetzung und der zunehmenden Transparenz von Skills. Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn machen es schon jetzt möglich, das richtige Expertenprofil per Knopfdruck für einen Job ausfindig zu machen und Kontakt aufzunehmen. Weltweit. Rund um die Uhr. In Echtzeit.

Moderne Technik spielt Freelancern in die Karten

Theoretisch zumindest. Denn insbesondere einer global geprägten Zusammenarbeit zwischen Freelancer und Arbeitgeber stehen der noch mangelhafte Ausbau des Hochgeschwindigkeits-Internets und eine uneinheitliche IT-Sicherheitsgesetzgebung entgegen. Doch diese Probleme dürften sich binnen weniger Jahre gegeben haben. Unter Hochdruck verhandeln Politiker derzeit zu einheitlichen Regelungen in punkto IT-Security. Und auch der Ausbau der Datenautobahnen des WWW schreitet voran.

Vor allem letzteres wird eine ortsunabhängige Zusammenarbeit wesentlich vereinfachen. Schon heute leistet die Kommunikationstechnik viel. Doch noch ist sie störanfällig. Videokonferenzen sind zum Beispiel bekannt für ihre schwankende Bildqualität. Selbst Telefonkonferenzen sind nicht davor gefeit, unerwartet zusammenzubrechen.

Meeting im Holo Deck

In ein paar Jahren werden Arbeitnehmer für diese “vorsintflutlichen” Bedingungen wohlmöglich nicht mehr als ein müdes Lächeln übrig haben. Dann wird es vielleicht schon machbar sein, virtuelle Teams, bestehend aus festen Mitarbeitern und Selbstständigen als lebensechte Hologramme in den Raum zu projizieren. High-Tech-Giganten wie Microsoft arbeiten bereits an völlig neuen Formen der Kommunikation.

Dank Sensor-Technologien am Körper hat man dann vielleicht nicht einmal mehr den Eindruck, auf immaterielle Geistwesen zu treffen. Meetings können auf diese Weise lebensnah abgehalten werden, ohne auf das Gefühl menschlicher Nähe zu verzichten. Das Klopfen auf die Schulter, die Umarmung – all das fühlt sich echt und authentisch an. Und das, obwohl das Team auf mehrere Kontinente verteilt ist. Und noch wichtiger: Auch das Arbeiten an virtuellen Objekten oder Prototypen wird problemlos möglich sein. Sie werden dreh-, anfass- und begreifbar sein. Mitunter sogar begehbar. Es gibt bereits erste Holo Decks an Universitäten, die sich in der Erprobung befinden.

Zugeben, das sind ein wenig überspitzte Beispiele. Doch sie zeigen, was in den nächsten 10, 20 Jahren auf uns zukommen kann. Egal, wie die Technik der Zukunft konkret aussehen wird. Sie wird dazu führen, dass die räumliche Verortung eines Leistungserbringers eine immer kleinere Rolle spielen wird und sich Arbeitsverhältnisse deshalb in vielen Fällen zu einer temporären Zusammenarbeit wandeln. Je nach Kompetenzbedarf können sich Unternehmen nunmehr hochqualifizierte Spezialisten einkaufen, die hunderte oder tausende Kilometer entfernt für eine gewisse Zeit gewisse Aufgaben für sie erledigen.

Ansehen von Freelancing steigt

Dass all das mehr als eine fade Zukunftsvision ist, belegen gleich mehrere Studien. Das Ansehen von Freelancing ist bereits gestiegen und wird weiter steigen. Längst hat sich die Selbstständigkeit für Erwerbstätige von einer Notlösung im Falle von plötzlicher Arbeitslosigkeit zu einer relevanten Form des Broterwerbs, ja sogar zu einem bewussten Lifestyle gewandelt. Weltweit. In den USA brachte die Studie “Freelancing in America 2016” etwa ans Licht, dass sich hier zwischen 2014 und 2016 mehr als zwei Millionen Arbeitskräfte selbstständig gemacht haben. Der Anteil an Freelancern wuchs von 53 auf 55 Millionen an.

Dabei gaben 63 Prozent der Befragten an, bewusst in die Selbstständigkeit gegangen zu sein.  Besonders die jungen Freiberufler schätzen die Flexibilität und die Arbeit in Projekten. Sie wollen sich Job und Arbeitszeiten selbst aussuchen – zugunsten einer besseren Work Life Balance. Längst sieht der Großteil der Freiberufler Freelancing nicht mehr als Zwischenstation an. Viele können sich vorstellen, dauerhaft von Projekt zu Projekt zu wechseln. Ebenso wenig fühlen sie sich als Mitarbeiter zweiter Klasse, wie das früher einmal der Fall war. Stattdessen fühlen sie sich ob ihres Expertenstatus wertgeschätzt und finden überdies, gerecht entlohnt zu werden. Weitere Gründe, warum Freelancing ein tolles Arbeitsmodell ist, werden auch hier nochmal vorgestellt.

Wie so oft beim Thema Digitalisierung könnten die amerikanischen Entwicklungen auch für die Bundesrepublik Pate stehen. Auch in Deutschland hat sich das Bild bereits gedreht. Arbeitgeberseitig sind Freiberufler hierzulande zunehmend begehrt, speziell im IT- und Unternehmensberatungs-Umfeld. Für 45 Prozent der deutschen Unternehmen spielen Projektarbeiter auf Freelancer-Basis heute schon eine große bis sehr große Rolle. Tendenz steigend. In zwei Jahren werden 55 Prozent der Firmen auf die Dienste von Freiberuflern zurückgreifen. Davon geht jedenfalls die IT-Freiberufler-Studie von IDG Business Research Services aus.

Freiberufler-Zahlen steigen an

Aber auch in anderen Bereichen steigen die Selbstständigen-Zahlen an. Das Statistikportal Statista hat zum Beispiel berechnet, dass allein in den letzten zehn Jahren die Zahl der Selbstständigen allein in den Freien Berufen in Deutschland von 900.000 auf über 1,34 Millionen angestiegen ist, wobei der größte Anteil mit 316.000 Freelancern auf freie Kulturberufe entfällt, gefolgt von den freien Heilberufen (139.000), Rechts- und Steuerberatern (130.000) sowie Ärzten (121.000).

Fazit: Egal in welchem Bereich – auf Selbstständige kommt in den nächsten Jahren viel Arbeitspotenzial zu. Das ist einerseits erfreulich, heißt andererseits aber auch, dass sie sich besser organisieren müssen: Wo mehr Arbeit anfällt, müssen Prozesse optimal ablaufen. Parallel wird aber auch der Wettbewerb um Projekte steigen, wenn mehr Arbeitnehmer freiberuflich arbeiten. Eigenmarketing wird in den kommenden Jahren daher ebenfalls spürbar an Bedeutung gewinnen.

Die gute Nachricht: Freelancer sind bei dieser Transformation nicht allein. Es gibt immer mehr Organisationen, Plattformen und Serviceanbieter, die sich mit dem Thema Freelancing beschäftigen. Der Dienstleister für den Freelancer sozusagen. Willkommen in der Zukunft.

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Bild: Depositphotos.com/Rawpixel (Robert Churchill)

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