Freelancer-Interview mit dirk Walter | bizforward GmbH

 

Im Gespräch mit bizforward gewährt Dirk Walter Einblicke in seine persönliche Startphase als Freelancer und teilt wertvolle Tipps und Erfahrungen aus seinem Berufsalltag.

Freelancer Interview mit Dirk Walter | bizforward GmbH

CRM-Berater Dirk Walter

Über Dirk:

Dirk Walter (47) ist selbstständiger Berater im Bereich Customer Relationship Management mit den Schwerpunkten Kundenbindung und Kundenrückgewinnung. Als Interimsmanager und Projektleiter hat er langjährige Erfahrungen insbesondere in der Telekommunikationsbranche gesammelt. Er lebt mit seiner Familie im Raum Köln.

 

Seit wann arbeitest Du als Freelancer?

Ich arbeite seit 2013 als Freelancer, also seit fast sechs Jahren. Vorher habe ich lange auf Unternehmensseite gearbeitet und dann entschieden, mich als Berater im Bereich CRM selbstständig zu machen.

Warum hast Du Dich für den Schritt in die Selbstständigkeit entschieden?

In erster Linie war es wie so oft im Leben, dass ich gezwungen war eine Entscheidung zu treffen:
Ich wollte mich beruflich verändern und musste mir überlegen, wie es weitergehen sollte. Ich hatte immer schon im Kopf, die Erfahrung und das Wissen, das ich in über 10 Jahren in leitenden Positionen im CRM-Bereich gesammelt habe, beratend einzusetzen. Das ausschlaggebende Motiv für die Selbstständigkeit war dann eigentlich, dass mir als Angestellter in den Unternehmen oft die Abwechslung gefehlt hat. Ich habe lange in großen Telekommunikationsunternehmen gearbeitet. Dort dann nach einiger Zeit nur noch an den kleinsten Schrauben drehen zu können, fand ich einfach nicht mehr so spannend. Abgesehen davon haben mich auch die unternehmenspolitischen Diskussionen gestört, durch die interne Projekte dann zum Beispiel nicht richtig vorangekommen sind.

Wie bist Du an Dein erstes Projekt als Freelancer gekommen?

Das hat sich noch in dieser Phase der Überlegung „Selbstständigkeit ja oder nein?“ zufällig ergeben. Aus meinem persönlichen Netzwerk kam ein ehemaliger Kollege auf mich zu, der etwas von meinen Plänen zur Selbstständigkeit mitbekommen hatte. Er suchte Unterstützung bei einer neuen Aufgabe und so war ich dann zwei Wochen später schon mitten in meinem ersten Projekt. Parallel dazu habe ich mit einem Geschäftspartner angefangen, das Business weiter in Richtung Energieversorgungs-unternehmen auszubauen und auch dort zu akquirieren.

Was war für Dich zu Beginn Deines Freelancer-Daseins die größte Herausforderung, was ist Dir besonders schwergefallen?

Da ich aus einem Angestelltenverhältnis kam war für mich die größte Herausforderung mit der Unsicherheit umzugehen, die nächsten sechs Monate eben nicht planen zu können und nicht ganz genau zu wissen wie es weitergeht. Ich musste auch erst lernen, neue Projekte zum richtigen Zeitpunkt zu akquirieren. Wenn man als Freelancer alleine arbeitet, kommen Projektanfragen nämlich leider fast immer zur falschen Zeit – dann, wenn man gerade schon in einem anderen Projekt steckt.

Hat sich das inzwischen verändert, und wenn ja, wie konntest Du es für Dich lösen?

Ich mache das Ganze ja jetzt schon seit fünf Jahren und habe inzwischen natürlich mehr Selbstbewusstsein als am Anfang. Ich weiß jetzt, dass es immer weitergeht und bin auch bei der Projektplanung besser geworden. Vor allen Dingen habe ich gelernt, permanent mit dem Netzwerk zu kommunizieren. Es ist wichtig, dass man ständig im Gespräch bleibt, auch wenn man gerade vielleicht ein langfristiges Projekt hat. Man sollte immer aktiv bleiben und mit den Leuten reden, dann funktioniert das ganz gut. Einen idealen Zeitpunkt für die Akquise von neuen Projekten kann man nicht genau festmachen, ich höre mich meistens ungefähr zwei Monate bevor meine aktuelle Beauftragung ausläuft nach Alternativen um. Aber im Grunde ist eben ein permanentes Kommunizieren notwendig, ein Rezept gibt es da leider nicht. Das ist natürlich auch ein Problem, denn die Auftraggeber suchen mich persönlich mit meiner CRM-Erfahrung und meine Ressourcen kann ich eben nur einmal verkaufen. Unsicherheit bei der Auftragsplanung bleibt also nach wie vor eine Herausforderung, aber ich habe inzwischen nun einen so breiten Kundenstamm, daß ich damit gut umgehen kann.

Wie gestaltet sich in Deinen Projekten die Zusammenarbeit mit den Teams der Auftraggeber?

In meinem Arbeitsalltag gehören regelmäßige Absprachen und der Austausch mit den bestehenden Teams eigentlich immer dazu. Die meiste Zeit arbeite ich vor Ort im Unternehmen, bei mir läuft es auf ungefähr 70% im Unternehmen und 30% remote hinaus. Das hängt natürlich immer vom Projekt ab und auch von dem Vertrauen, das man genießt.
Gerade im Bereich CRM ist diese Präsenz vor Ort meiner Meinung nach wichtig, denn ich entwerfe nicht nur eine Strategie und Powerpoint-Präsentationen, sondern ich setze die Sachen auch um und übernehme das Kampagnenmanagement.

Welche Marketing- und Vertriebskanäle nutzt Du, um an neue Projekte zu kommen?

Nach wie vor nutze ich sehr stark das persönliche Netzwerk, was sicherlich auch mit meinem Beratungsschwerpunkt CRM zusammenhängt. Ich bin spezialisiert auf Kundenbindung und Kundenrückgewinnung und das ist eine ziemlich kleine Welt, in der man sich untereinander einfach kennt.
Ansonsten nutze ich natürlich auch viele Freelancer-Portale, um den Überblick darüber zu behalten, wo gerade Ressourcen gebraucht werden. Auch in den ganz normalen Stellen-Portalen habe ich meine Suchaufträge laufen und schaue mir an, welche Unternehmen gerade CRM-Manager suchen. Selbst wenn es Festanstellungen sind ist das ja ein Hinweis darauf, dass die Unternehmen sich gerade engagieren und grundsätzlich Bedarf in diesem Bereich haben.
Neben Social Media ist für mich ansonsten auch noch das Halten von Vorträgen ein wichtiger Marketing- und Vertriebskanal. Wenn man auf Veranstaltungen Vorträge zu bestimmten Themen hält, ist das immer auch eine gute Möglichkeit, um neue Kontakte zu knüpfen.

Was schätzt Du an Deinem Leben als Freelancer heute am meisten?

Die Abwechslung. Das war ja auch der Grund, warum ich als Freelancer angefangen habe und das schätze ich nach wie vor sehr. Ich habe immer wieder neue Herausforderungen und lerne immer wieder neue Branchen kennen. Zum Beispiel bin ich gerade ganz frisch in einem Projekt bei einem Anbieter von Payment-Lösungen und es ist spannend, die eigene CRM-Erfahrung dort mit einem ganz neuen Produkt und neuen Prozessen zusammenzubringen.
Außerdem schätze ich es auch, dass ich mich als Freelancer relativ frei auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren kann. So kann ich mich beispielsweise komplett freimachen vom Karrieredenken innerhalb eines Unternehmens oder von Befindlichkeiten. Ich muss nicht aufpassen, dass ich irgendjemanden vor den Kopf stoße, sondern kann wirklich inhaltlich arbeiten.
Schön ist auch, dass der Erfolg der eigenen Arbeit unmittelbar sichtbar ist. Zum Einen sieht man den jeweiligen Projekterfolg relativ schnell und zum Anderen bekomme ich natürlich auch deutliches Feedback von meinen Kunden, was meine eigene Arbeit angeht. Wenn ich nicht gut arbeite, wird meine Beauftragung schließlich nicht verlängert.

Welche Pläne hast Du für die nächsten Jahre? Wirst Du weiter als selbstständiger Experte arbeiten?

Ich habe bis jetzt keine anderen Pläne. Man weiß zwar nie was kommt, aber zunächst habe ich vor weiterhin selbstständig zu sein. Ich würde die CRM-Beratung so wie ich sie mache gern noch weiter ausbauen und den Branchenfokus erweitern und ein Beratungsprodukt anbieten, mit dem man relativ schnell die Herausforderungen und Lösungswege im Kundenmanagement eines Unternehmens identifizieren kann. CRM ist zwar einerseits ein sehr individuelles Thema, aber andererseits gibt es gerade am Anfang immer wieder dieselben Fragestellungen, die es zu beantworten gilt. Hierfür habe ich gerade mit meinen Geschäftspartnern ein Konzept entwickelt, das helfen soll die Ausgangssituation in einem Unternehmen sehr pragmatisch zu analysieren und zu schauen, wo das Unternehmen gerade steht. Langfristig ist mein Ziel auch entweder eigene Angestellte zu beschäftigen oder vielleicht in einem Netzwerk mit Partnern zusammenzuarbeiten, um die Ressourcen besser skalieren zu können. Denn wie schon gesagt kann ich mich selbst ja immer nur einmal verkaufen und es ist dann oft sehr schade, wenn ich spannende Projekte ablehnen muss, weil mir die Zeit dafür fehlt.

Welchen Tipp würdest Du Newcomern im Freelancer-Business mit auf den Weg geben?

Es klingt zwar banal, aber ich würde sagen vor allem „mutig sein“. Ruhig auch mal Themen angehen, in denen man inhaltlich noch kein richtiger Experte ist. Häufig kann man mit gesundem Menschenverstand schon sehr gut unterstützen. Manchmal muss man einfach selbstbewusst sein und sich vor Augen führen, dass man sich für die Selbstständigkeit entschieden hat, weil man es sich zutraut auch unbekannte Probleme zu lösen, für die man nicht sofort einen Lösungsansatz zur Hand hat.

Christiane Peetz
Christiane Peetz
Hallo, ich bin Christiane und kümmere mich um das (Content-)Marketing bei bizforward. Auf der Suche nach aktuellen Themen rund um das Arbeiten als Freelancer sammele ich Informationen aus der digitalen Welt und stelle sie hier als Blogbeiträge für euch zusammen.

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